Fernrohrlupenbrillen

Fernrohr-Systeme dienen zur Vergrößerung ferner Objekte. Allerdings kann die Grenze nicht exakt definiert werden, weil der Sehwunsch für den Einsatz des Hilfsmittels entscheidend ist; z.B. das TV-Sehen. Fernrohr-Systeme von etwa 2- bis 4- facher Vergrößerung werden zu einer Fernrohrbrille in eine Trägerfassung eingearbeitet. Bei den Fernrohr-Systemen unterscheidet man zwischen den Systemen nach Galilei-Bauart und denen nach Kepler-Bauart. Die Galilei-Systeme haben in der Regel eine geringe Vergrößerung und sind auf einen festen Abstand in der Ferne ausgelegt. Das Sehfeld ist im Vergleich zum Kepler-System relativ groß und somit die Gefahr der Verwackelung bei leichten Kopfbewegungen relativ gering. Zum Lesen mit einem Galilei-System im Nahbereich werden Aufsteckgläser verwendet. So kann aus einer Auswahl unterschiedlich starker Aufsteckgläser ein bestimmter Arbeitsabstand gewählt werden. Für Betroffene mit eine eingeschränkten Motorik lassen sich diese Aufsteckgläser auch klappbar anfertigen. Somit wird einfach beim Wechsel der Entfernung das Glas entweder hoch oder runter geklappt.

Kepler-Fernrohr-Systeme sind kleine Präzisions-Fernrohre mit einem eingebauten Umkehrprisma. Sie eignen sich für Sehbehinderte sowohl für das Sehen in der Ferne als auch zum Lesen, da diese Systeme ohne Zubehör von unendlich bis auf ca. 25cm einstellbar sind. Kepler-Systeme erreichen eine höhere Vergrößerung, meist 3fach oder 4fach.

Als Tipp: zum TV Sehen dient als optimale Lösung oft ein Weitwinkelsystem. Dieses System hat ein extra großes Sehfeld und ist bereits auf eine Entfernung von 2m berechnet. Somit erreicht der Betroffene schon bei kürzerer Entfernung den Überblick über den gesamten Fernsehbildschirm.

Desweiteren erreicht man durch die Annährung nochmals eine bis zu 3-fache Netzhautbildvergößerung, was zu mehr Seherfolg führt. Auch hier lässt sich durch ein Aufsteckglas ein großes Sehfeld erreichen, z.B. zum Arbeiten am PC.